Erdbeben in Nepal betreffen auch uns 28.04.2015

Ein Erdbeben mit seinem Epizentrum etwa 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu zerstörte große Teile der Infrastruktur Nepals. Weite Teile des Erdbebengebiets sind nun ohne Strom. Die Wasserversorgung ist an vielen Stellen zusammengebrochen. Nepal rief den Notstand aus in den betroffenen Gebieten, in denen 6,6 Millionen Menschen leben. Bislang seien mehr als 7.000 Leichen geborgen worden, teilte das Innenministerium mit.

Da viele Regionen in der Nähe des Epizentrums noch von der Außenwelt abgeschnitten sind, befürchten die Behörden weiter stark ansteigende Opferzahlen. Bisher 100 Beben und Nachbeben sorgen für Panik und erschweren die Rettungsarbeiten zusätzlich.

Viele Anfragen von Ihnen helfen zu wollen erreichten uns in den vergangenen Tagen und wir haben bereits einen Betrag von 10.000 Euro als humanitäre Hilfe bereitgestellt.

„Hilfe für den Wiederaufbau wird in Nepal fast überall benötigt“, so Vereinsvorsitzender Dr. Achim Kramer, „daher mussten wir uns schnell entscheiden, wo Spenden ganz dringend gebraucht werden. Leider können wir nicht überall helfen.“ Der Verein hat sich daher entschieden, drei verschiedene Wiederaufbauprojekte in Nepal zu unterstützen. Im nachfolgenden stellen wir Ihnen die von uns unterstützten Vereine und deren Projekte vor Ort etwas näher vor:

Hier liegen die drei Projekte, deren Wiederaufbau wir unterstützen

Ökumenische Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus Wolbeck e. V.

Der seit 1997 bestehende „Ökumenische Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus Wolbeck e. V. (ÖWK)“  engagiert sich in Nepal im Bildungs- und Gesundheitswesen. Für 5.000 Einwohner in 17 Dörfern der Gemeinden Bela, Fulbari und Baluwa im ca. 70 km von Kathmandu entfernten Distrikt Kavre wurden mehrere Schulzentren und über 1.000 Biogasanlagen gebaut.  Mit der ersten finanziellen Hilfe von „LVM Helfen verbindet Menschen e. V.“ soll zunächst eine Erstversorgung mit Medikamenten und Verbandsmaterial erfolgen und eine stabile Trinkwasserversorgung wieder aufgebaut werden.   

Unser Projekt, das mit Hilfe der ÖWK wieder aufgebaut wird: Die Gorakhnath Lower Secondary School

Hilfe durch die ÖWK vor Ort 31.05.2015

Unser Projekt, das mit Hilfe der ÖWK wieder aufgebaut wird: Die Gorakhnath Lower Secondary School

29.05.2015

Am 29.10.2003 konnte die Gorakhnath Lower Secondary School fertiggestellt werden. Es sind zwei parallele, 6 m breite und 25 m lange Gebäude mit je 4 Räumen entstanden. Der helle Anstrich, die solide feste Bauweise der Gebäude und die Einrichtung mit Bänken und Schreibtischen ist für nepalesische Verhältnisse schon ungewöhnlich und zukunftweisend. Alle Kinder des Dorfes besuchten die Schule, die von den Bewohnern das „Juwel des Dorfes“ genannt wird. Bis zum Erdbeben besuchen 50 Kinder die Vorschulklasse und 254 Kinder die Klassen 1 - 7. Die Eltern mussten für ihre Kinder eine Schulgebühr von 11 Rupien (das sind 13 Cent) im Jahr bezahlen, das ist ein Betrag, den jede Familie aufbringen kann. 

Das Erdbeben hat schwere Schäden an der Schule verursacht, teilweise sind Mauern eingestürzt. Mit der Spende von LVM Helfen verbindet Menschen e. V. wurden durch die ÖWK zunächst provisorische Unterrichtsräume aus Zelten aufgebaut. Nun geht es an die Planung, die Schule erdbebensicher wiederaufzubauen. Bis zu den großen Monsunregen müssen wenigstens die Außenwände fertig sein.

       

28.04.2015

Nahrung ist in Bela und den umliegenden Dörfern kein so großes Problem wie in den Städten. An zentralen Stellen werden Reis, Linsen und Wasser verteilt. Das größte Problem im Distrikt Kavre sind die Unterkünfte. Insbesondere die Witterung macht den Menschen sehr zu schaffen, denn die Zeit des Monsunregens beginnt. Es fehlt vor allem an ausreichenden Planen. Die Planen werden je nach Familiengröße zugeschnitten. Dann werden Bambus- oder Holzpfosten in den Boden gerammt und die Plane darüber gespannt. Damit ist zumindest ein Schutz gegen Sonne und Regen gegeben.

Im angrenzenden Distrikt Kavre ist die Situation ebenfalls katastrophal. In  den Dörfern sind die meisten Häuser eingestürzt und die Straßen sind unpassierbar. Die vom ÖWK in Bela und Bhakundebesi (beide im Distrikt Kavre) gebauten Schulzentren weisen relativ geringe Schäden auf und dienen als Zufluchtsort für die obdachlose Bevölkerung. Es gibt Gegenden, in denen alle Häuser eingestürzt und alle Menschen gestorben sind.  Die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung in den nächsten Wochen und ggfs. Monaten wird eine immense Herausforderung.

Inzwischen haben im Distrikt Kavre tausende Familien durch die Zeltplanen ein einfaches Obdach gefunden. Mit dem Schutz der Zeltbehausungen am Standort der zerstörten Häuser und Hofstellen kann der mühsame Wiederaufbau beginnen.

Zur Homepage des ÖWK


Freundeskreis Nepal e. V.

Seit über 10 Jahren engagiert sich der Freundeskreis Nepal e. V. (FN) in Naikap, (ein Stadtteil von Kathmandu) und in Karthali (ein Bergdorf ca. 80 km nordöstlich von Kathmandu am Fuße des Himalaya). So entstand eine Schule in Naikap,   eine Dorfschule in Karthali sowie eine Frauenschule. FN pflegt zu dem viele Patenschaften zwischen Kindern in Naikap und Erwachsenen in Münster. 

Unser Projekt, das mit Hilfe des Freundeskreis Nepal e. V. wieder aufgebaut wird: Die Dorfschule in Karthali

Hilfe vor Ort durch den Freundeskreis Nepal e. V. 31.05.2015

Unser Projekt, das mit Hilfe des Freundeskreis Nepal e. V. wieder aufgebaut wird:  Die Dorfschule in Karthali.  

29.05.2015

Karthali ist ein kleines Bergdorf mit knapp 200 Einwohnern ca. 80 km nordöstlich von Katmandu - also mitten im Katastrophengebiet. Anfang 2006 wurde die dortige Dorfschule modernisiert und später kam ein zweistöckiger Neubau mit 4 Klassenzimmern dazu. LVM Helfen verbindet Menschen hat eine Spende zum Wiederaufbau der Dorfschule zu Verfügung gestellt. Mit dem Beginn des Schulunterrichts in einfachen Behelfsbauten hat wieder ein wichtiges Stück Normalität im Dorf begonnen.   Die Anzahl steigt täglich. Vor dem Erdbeben hatte die Schule 400 Schüler. Der wieder aufgenommene Schulunterricht spielt dabei eine große Rolle – er steht für die Zuversicht, eine bessere Zukunft gestalten zu wollen und zu können....


12.06.2015

Aktuell steht die Versorgung der Dorfbevölkerung an erster Stelle, dazu wurden drei Wasserreinigungssysteme, Zelte, Lebensmittel und nun auch Decken und Alltagszubehör nach Karthali gebracht.

Für die bevorstehende Monsunzeit müssen nun stabile Unterkünfte und weiterhin Lebensmittel beschafft werden. Auch der Schulbetrieb soll wieder aufgenommen werden. 

 


28. April 2015

Die Nachrichten, die aus Nepal zu uns gelangen, werden immer verzweifelter. Viele Familien haben ihr Zuhause verloren. Sie campieren unter Planen im Freien, es fehlen Nahrung, Wasser, Elektrizität.  Karthali ist ein kleines Bergdorf ca. 80 km nordöstlich von Katmandu - also mitten im Katastrophengebiet.  Die Not der Menschen wächst weiterhin, nochmals verstärkt durch erneute Nachbeben. 25 Menschen starben bei dem Erdbeben, darunter vier Kinder und eine schwangere Frau. 50 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Kaum ein Haus blieb unzerstört. Die Dorfbewohner leben unter freiem Himmel, es gibt nicht genügend Zelte, nicht genügend Nahrungsmittel.  Einige Häuser, die bereits stark beschädigt waren, sind vollends zusammengefallen.

    

Zur Homepage des Freundeskreises Nepal e. V.


Future for Nepal´s Children e. V.

Hilfe für benachteiligte Kinder in Nepal ist notwendig – und mit wenig Aufwand möglich. Neben Nahrung ist Bildung die wichtigste Voraussetzung, um dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Die Initiative zur Vereinsgründung ist durch die gemeinsamen Erkenntnisse über die sozialen Verhältnisse während einer Reise nach Nepal im Februar 2004 eines Ehepaares aus Wiesloch bei Heidelberg und zwei Frauen aus Hamburg entstanden. Der Bau eines Kinderheimes war eines der Hauptziele des Vereins. Außerdem vermittelt er Hilfen für Einkleidung, medizinische Versorgung und Hilfsmittel wie Brillen.

Unser Projekt, das mit Hilfe von Future for Nepal's Children e.V. wieder aufgebaut wird: Karuna Kinderhaus, Godavari / Kathmandu

Hilfe vor Ort durch Future for Nepal´s Children e. V. 28.06.2015

Das Kinderhaus ist ein Heim für Waisenkinder, Sozialwaisen und sonstige benachteiligte Kinder aller ethnischer Gruppen und Glaubensrichtungen. „Karuna“ bedeutet soviel wie „Haus der Hoffnung / Mitgefühl“. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der der katholischen Kirche in Nepal und dem katholischen Schwesterorden SABS, die die Leitung und Verantwortung für das Heim übernommen haben, realisiert. Derzeit leben 44 Mädchen im Alter von 4 bis 17 Jahren, indische Ordensschwestern und weibliches Personal im Karuna Kinderhaus.

Das Heim hat konstruktionsbedingt mit seinen ca. 80 Grundpfeilern das schwere Beben vom 25.4.2015 und die über 300 Nachbeben gut überstanden. Komplett zusammengebrochen ist allerdings die Grundstücksmauer. LVM Helfen verbindet Menschen e. V. hilft mit Spenden beim erdbebensicheren Wiederaufbau der Mauer, die ungefähr 200 m Länge haben wird. Dazu soll die Mauer doppelt so dick und mit Betonpfeilern ca. alle 3 Meter abgesichert werden. Sie dient so als Schutz gegen Einbrecher, Plünderer und Menschenhändler. 

Der Menschenhandel in Nepal hat nach dem Erdbeben mittlerweile ein noch größeres Ausmaß angenommen wie bisher, denn die Menschenhändler nutzen die Not der Bevölkerung aus. Tausende nepalesische Mädchen und Frauen werden jährlich verschleppt und landen in indischen Bordellen. Daher ist es umso wichtiger, dass die Mauer so schnell wie nur möglich geschlossen wird. Anfang Oktober - noch vor dem großen Monsum - ist die Mauer fertig geworden. Aktuelle Bilder sehen Sie oben.  

    

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