Hungersnot in Ostafrika - Hilfe rollt an 30.12.2012

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Enorme Spendenbereitschaft für Afrika. Die größte Dürre und Hungersnot seit 60 Jahren lässt 11 Millionen Menschen in Ostafrika leiden. Fast eine Million Kinder drohen akut zu verhungern. Bisher ist noch kein Ende in Sicht. Als sich diese Nachricht vor wenigen Wochen verbreitete, erhielt der Verein „LVM Helfen verbindet Menschen e. V.“ spontan unzählige Spenden speziell als Hilfe für die Menschen in Ostafrika. Der Spendenbetrag von 25.000 Euro ging in den vergangenen Tagen an den Verein "Furaha Phönix Kinderhaus e. V.“, der einen eigenen Hilfskonvoi in Kenia aufstellt.

Mit ihrer spontanen Aktion konnten sie der hungernden Bevölkerung in den ärmsten Landesteilen mit einem Hilfskonvoi helfen, da viele Regionen von den großen Organisationen nicht erreicht wurden. Ein Jahr danach, wirkt diese Hilfe immer noch nach.

Ein Film zeigt, wie die Aktion vor einem Jahr abgelaufen ist.


  

Furaha Phönix Kinderhaus hatte bereits im letzten Jahr mit finanzieller Unterstützung die Sonderaktion „Hungerhilfe“ begonnen und im Oktober 2011 über 6.000 Menschen mit Lebensmittellieferungen versorgt. Diese Lebensmittellieferung war für ungefähr 2 Monate bemessen, weshalb die freiwilligen Helfer von Furaha nun, im Januar 2012, erneut nach Afrika gereist sind, um an ihre bisherige Arbeit anzuknüpfen und um den Menschen weiterführend zu helfen.

Zu diesem Zweck sind wieder mehrere aktive Furaha-Vereinsmitglieder auf eigene Kosten nach Kenia gereist: Es wurden die gleichen Regionen angesteuert, wie schon im Oktober 2011: Oloilailei und Lekesim. Da man bei der ersten Tour vieles gelernt hatte, wurden diesmal die Hilfestellungen weiterentwickelt und noch mehr Augenmerk auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“ gelegt. Nachdem im Vorfeld die Abstimmung mit dem örtlichen „Chief“ erfolgte war, wurden aus Nairobi Ersatzteile für eine Brunnenanlage beschafft und ein spezialisierter Mechaniker angeheuert, der den Motor einer Pumpenanlage aufwändig repariert hat. Somit funktioniert nun (nach fast einem Jahr) die große Pumpenanlage in Lekesim wieder, die für viele hundert Menschen und Nutztiere die Wasserversorgung sicherstellt.

Des Weiteren wurden in der nächstgelegenen Kreisstadt (Emali) insgesamt 122 Ziegen gekauft und diese ebenfalls an  die Massai verteilt. Dies dient dem „Wideranschub der örtlichen Viehzucht“, nachdem die Trockenheit die Viehbestände erheblich dezimiert hat. Die Massai in dieser Region leben hauptsächlich von der Viehzucht.  


    

Mit den gesammelten Spendengeldern wurden vor Ort unter anderem Lebensmittel gekauft, die anschließend auf Touren durch das Umland in einzelnen, zentral gelegenen Dörfern verteilt wurden. Viele der Dörfer liegen abseits, sind nur schwer zu erreichen und hatten daher bisher keinen Zugang zu den Hilfsgütern großer Organisationen. Um die Spenden möglichst effizient einzusetzen, arbeitet der Verein mit einheimischen Verbindungsleuten zusammen.

Neben der Mangelernährung ist aber vor allem der medizinische Zustand der Menschen nach wie vor besorgniserregend. „Vor allem Malaria ist ein echtes Problem für die Menschen hier“, erzählt Vereinsmitglied Maik Bartelt. „Während unseres Aufenthalts wurden wir daher wieder von zwei Ärzten, Dr. Harriet Kaari und Dr. Kennedy Gitari, auf unseren Touren begleitet. Insgesamt konnten so 1150 Menschen medizinisch versorgt werden – 418 davon alleine im März. Die Hälfte von ihnen waren an Malaria erkrankt.“ 

Mit 3 Ziegen fing es an

Da die Massai in dieser Gegend hauptsächlich von der Viehzucht leben, kaufte der Verein zunächst 3 Ziegen, die an besonders bedürftige Familien gegeben wurden. Die Ziegen leben noch heute da, deren Milch verwenden die Massai für den Verkauf auf dem Markt oder dem Eigenbedarf. Die Idee, die Familien mit Ziegen zu versorgen, kam als langfristige Unterstützung gut an. Insgesamt konnten 122 Ziegen von den restlichen Spendengeldern angeschafft und verteilt werden. Die Armut ist damit nicht beseitigt, ist man sich bei LVM Helfen verbindet Menschen e. V. sicher, aber der Hunger ist weniger geworden.

    

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